ZeitZeugen

Stralsund und die Volkswerft

Eine Stadt erinnert sich - Schiffbau am Sund im Spiegel lebensgeschichtlicher Erinnerungen.

Die Geschichte der Volkswert Stralsund und der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt ist vielfältig miteinander verbunden. Aus Anlass des 75-jährigen Jahrestags der Eintragung des VEB Volkswerft Stralsund in das Handelsregister am 15. Juni 2023 hat sich eine Arbeitsgruppe des Stralsunder Geschichtsverein e.V. das Ziel gesetzt, die wechselvolle Nachkriegs- und Nachwendegeschichte des Schiffbaus am Sund mit Hilfe von lebensgeschichtlichen Interviews aus dem Blickwinkel von Zeitzeugen zu dokumentieren. Das Projekt soll einen Beitrag zur Erforschung der Industrie- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt leisten und die städtische Erinnerungskultur nachhaltig bereichern. 

 An dieser Stelle finden Sie zukünftig Auszüge aus Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die mit einer Veröffentlichung auf unserer Homepage einverstanden sind. Zusätzlich finden Sie hier auch  Hintergrundinformationen und weiterführende Leseempfehlungen zu verschiedenen Teilaspekten der Geschichte der Stralsunder Volkswerft 

 SR Dr. Käthe von Wedelstädt  

(1951, Betriebspolioklinik der Volkswerft, Franzenshöhe)
 

Frau Dr. von Wedelstädt wurde am 26. April 1918 in Stralsund geboren. Nachdem ihr Ehemann in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges gefallen war, musste sie sich als junge Mutter von 2 Kindern neu orientieren. Sie studierte mit Unterstützung der Eltern von 1946 bis 1950 an der Universität Greifswald Zahnmedizin. Ihre erste Arbeitsstelle war die Betriebspoliklinik der Stralsunder Volkswerft. Dort war sie bis 1955 beschäftigt und arbeitete danach bis 1978 als Zahnärztin in Zingst. Sie verstarb am 7. März 2022.

Das Interview mit ihr wurde von der Historikerin und Journalistin Dr. Heike Bretschneider im Juli 1955 als Zuarbeit für eine Sendung des WDR  geführt. Die Audiodatei und die Informationen über die Lebensdaten wurden dem Geschichtsverein freundlicherweise von Herrn Friedrich Wilhelm v. Wedelstädt zur Verwendung auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt. Wir danken ihm und Frau Dr. Bretscheider, der wir den Hinweis auf die Existenz des Interviews verdanken. 

Studium 

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 Studium der Zahnmedizin 1947 bis 1951 an der Universität Greifswald 

In der Betriebspoliklinik der Volkswerft 

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Bewerbung für eine Tätigkeit in der Betriebspoliklinik der Volkswerft  und Schilderung der damaligen Arbeitsbedingungen 

Bespitzelung

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17. Juni 1953 - Vorgeschichte

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Erlebnisse anlässlich eines Berlin Besuchs am 16. Juni 1953 

17. Juni 1953 - Ereignisse in Stralsund

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17. Juni 1953 - Nachspiel

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Leseempfehlungen 

Zitat aus Klaus Schwabe: Der 17. Juni 1953 in Mecklenburg und Vorpommern, Friedrich Ebert Stiftung, Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern, Reihe Beiträge zur Geschichte Mecklenburg-Vorpommern, Nr. 4

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Klaus Schwabe: Der 17. Juni 1953 in Mecklenburg und Vorpommern, Friedrich Ebert Stiftung, Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern, Reihe Beiträge zur Geschichte Mecklenburg-Vorpommern 

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Beatrice Vierneisel, Der 17. Juni 1953 in Mecklenburg und Vorpommern, Begleitheft zur Ausstellung, Hrgs: Die Landesbeauftragte für MV für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, 2. Aufl. Schwerin 2009

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Auszug aus Dokument 4, Ministerium für Staatssicherheit , Bezirksverwaltung Rostock - Leitung - Rostock, den 18. Juni 1953. Das Dokument ist auf Seite 12 der Publikation des Begleitheftes abgedruckt. 

75. Jahrestag der Gründung der Volkswerft am 15. Juni 2023 

Die wechselvolle Geschichte der Stralsunder Werft und der Stadt Stralsund und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner ist vielfältig miteinander verbunden. An dieser Stelle soll zukünftig an verschiedene Teilaspekte erinnert werden. 

Am 15. Juni 1948 wurde der VEB Volkswerft Stralsund im Handelsregister eingetragen.
Der von dem Fotografen Harry Hardenberg stammende Bildband "Volkswerft Stralsund - Geschichte in Bildern" vermittelt einen anschaulichen Eindruck in das Arbeitsleben des in Stralsund damals größten Betriebes. Der Bildband ist 2017 erschienen, enthält schwarz-weiß-Bilder aus der Zeit von 1958 bis 1992 und ist im Druck- und Verlagshaus Kruse zu einem Preis von 29,95 € erhältlich.

Herz und Seele der Volkswerft Stralsund waren ihre vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Horst Pofahl war einen von Ihnen, der das Wachsen und auch den Niedergang der Weft erlebt hat. Erfahren Sie in dem vom NDR für die plattdeutsche Sendung "De Klönkist" produzierten Podcast seine Geschichte.  

Geschichten, Dokumente und Mitwirkende gesucht
Vorbereitung des 75. Jahrestags der Gründung der Volkswerft 2023
Die zur Vorbereitung der für das kommende Jahr von der Stadt Stralsund geplanten Veranstaltungen gegründete Arbeitsgruppe des Stralsunder Geschichtsvereins e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die wechselvolle Geschichte der Volkswerft insbesondere mit Hilfe von Interviews mit Zeitzeugen zu dokumentieren. Waren Sie Mitarbeiter oder Mitarbeiterin der Volkswerft Stralsund und wollen uns aus dieser Zeit berichten? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf!! Darüber hinaus hat die Volkswerft auch auf vielfältige Weise auf das kulturelle Leben der Stadt eingewirkt und mit der Unterstützung des BSG Motor Stralsund sportliche Erfolge von Stralsunder Athleten ermöglicht sowie den Breitensport gefördert. Auch hieran möchten wir mit der Arbeitsgemeinschaft erinnern.   

Am 27. September 1948 wurde von Arbeiterinnen und Arbeitern der Volkswerft die Betriebssportgemeinschaft BSG "Volkswerft" Stralsund gegründet, die sich 1952 in BSG "Motor" Stralsund umbenannte. An die Gründung der BSG und ihre wechselvolle Geschichte bis 1990, ihre Akteure und deren sportliche Erfolge sowie die Arbeit der Trainer, Übungsleiter, Schiedsrichter und Betreuer erinnert der im Heft 1 der Jubiläumsausgabe der Stralsunder Hefte für Geschichte, Kultur und Alltag 2018 erschienene Artikel von Gerhard Grasmann "Vor 70 Jahren: Gründung der BSG "Motor" Stralsund. Der Jubiläumsband ist im Druck- und Verlagshaus Kruse zu einem Preis von 9,50 € noch verfügbar.

 Gewerkschaftshaus "Ernst Thälmann"

Kein Gebäude spiegelt die wechselvolle Geschichte Stralsunds wider wie das noch allgemein als Klubhaus "Ernst Thälmann" bekannte Gebäude an der Sundpromenade. Zu Kaisers Zeiten ein Gartenlokal mit Kegelbahn und deutscher Bierseligkeit, in der Weimarer Republik ein Gewerkschaftshaus mit großen Festen und auch kämpferischen Veranstaltungen, im Dritten Reich ein "Haus der Deutschen Arbeit" mit noch größeren Kampfveranstaltungen, erhielt nach 1945 die neu geründete Dachorganisation der Gewerkschaft, der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) das Haus. Nach einem umfassenden Um- und Ausbau in 1948, übernahm 1953 die Volkswerft die Trägerschaft. Viele Stralsunder verbinden mit dem nach der Wende abgerissene Klubhaus schöne Erinnerungen an vielfältige kulturelle Veranstaltungen.  

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns von Ihren Erinnerungen berichten wollen. Mehr über die vom Stralsunder Geschichtsverein eingerichteten Arbeitsgemeinschaft zur Vorbereitung des Gründungsjubiläums der Volkswerft erfahren Sie unter dem folgenden Link

Audio aus der Sendung Zeitfragen. Feature
Die Welt der Brigaden in der DDR - "Diese Erfahrungen möchte ich nicht entbehren" 

von Ulrike Sebert 

„Ich heiße Edeltraud Griebe, ich bin 74 Jahre alt, habe 40 Jahre als Kranfahrerin auf der Volkswerft gearbeitet von 1967 bis 2007. Und dann die ganzen Jahre Drei-Schicht-System. Immer. Ich war in der Vormontage, das heißt, wenn das Schiff gebaut wird, die einzelnen Sektionen, so wie ein komplettes Zimmer. Ich habe erst einen Hallenbrückenkran gefahren, Hub 25 Tonnen waren das nur, aber das hat sich dann immer gesteigert. Da wurde eine große Halle gebaut, da konnten wir schon das ganze Vorschiff bauen, damals für die Supertrawler. Für die Sowjetunion haben wir ja sehr viel gebaut.“


 Erfahren Sie mehr über den Arbeitsalltag einer Brigade auf der Volkswerft unter dem folgenden Link

Volkswerft Stralsund: Am Anfang war der Fischkutter

von Jochen Lambernd

 Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Volkswerft in dem von Jochen Lambernd stammenden Beitrag. Er zeichnet mit vielen Bildern die Entwicklung der Volkswerft zu einer der weltweit größten Werften für den Bau von Fischereischiffen nach (Zitat: " Zwischen 1975 und 1989 belegen die Stralsunder - gemessen an der Tonnage - neun Mal den ersten Platz unter allen Werften weltweit, die Fischereischiffe bauen. Ihr Tonnage-Anteil an der Weltproduktion dieser Schiffe steigt bis auf 33 Prozent". 

Erster Logger lief 1949 vom Band

von Dr. Andreas Neumerkel

 

 Erstabdruck im Mietermagazin WGA Stralsund, August 2022 

Interessantes, wenig bekanntes 

zur Geschichte der Hansestadt Stralsund 

von Dr. Andreas Neumerkel

  

Menschenströme zog es einst nach "Sibirien". Geschichte eines Hauses an der Sundpromenade in Stralsund.

Zu Kaisers Zeiten ein Gartenlokal mit Kegelbahn und deutscher Bierseligkeit, in der Weimarer Republik ein Gewerkschaftshaus mit großen Festen und auch kämpferischen Veranstaltungen, im Dritten Reich ein "Haus der Deutschen Arbeit" mit noch größeren Kampfveranstaltungen und nach 1945 wieder ein Gewerkschaftshaus mit etwas heruntergekommener Gaststätte und nicht weniger Kampfveranstaltungen. Kein Gebäude spiegelt die wechselvolle Geschichte Stralsunds wider wie das noch allgemein als Klubhaus "Ernst Thälmann" bekannte Gebäude an der Sundpromenade. Mehr über das nach der Wende abgerissene Haus erfahren Sie in dem Heft 1/2019 der vom Heimatverband M-V e.V. herausgegebenen Reihe "Stier & Greif" in dem von Dr. Andreas Neumerkel verfassten Artikel  (Seiten 14 bis 19). 

  

Zur Geschichte des sogenannten 

»Ippen-Schuppens« an der Seestraße 

 Anmerkungen zu der neuen Gasse 

»In der Bucht« in Stralsund 

 Erster Logger lief 1949 vom Band

von Dr. Andreas Neumerkel. 
Erstabdruck in  Mietermagazin WGA Stralsund, August 2022