Das Literarische Bautagebuch

Von den Geschichten des Hauptmann Hauses Hiddensee: seinen Architekturen, den Hinterlassenschaften, seinen Bewohnerinnen und Bewohnern und seinen Gästen

Auszug aus der Pressemitteilung des Gerhart Hauptmann Haus Hiddensee:
Das Gerhart Hauptmann Haus auf Hiddensee packt langsam seine Koffer für eine Generalsanierung und öffnet am 30.08.2022 mit dem digitalen Literarischen Bautagebuch ein neues Kapitel in der Geschichte „einer außergewöhnlichen Schatztruhe“ 1 . Von den gewöhnlich-ungewöhnlichen modernen und bürgerlichen Architekturen, den Hinterlassenschaften eines in Bewegung Schaffenden, eines Kunstsammlers, eines Gesellschaftsmanns und eines Naturliebhabers mit spirituellen Neigungen bis hin zur Geschichte eines Museums. Erstmals wird das ehemalige Sommerhaus des Dramatikers und Schriftstellers einer umfassenden Betrachtung unterzogen: In der Interaktion zwischen Bau-, Denkmal- und Erinnerungskultur – den Einrichtungsgegenständen, baulichen Elementen und Hinterlassenschaften des Dramatikers und Schriftstellers – entsteht ein digitaler Raum für neue Einsichten in das Leben Hauptmanns und in den Museumskomplex, der 1956 in der DDR als „Gedächtnisstätte“ eröffnete.

„Mein kleiner grüner Kaktus“ kam später…

Persönlichkeiten am Stralsunder Theater

von Jürgen Blümel

Erstveröffentlichung im Stralsunder Blitz am Sonntag, Ausgabe 11. September 2022. 
Wir danken dem Autor, dem Verlag und der Redaktion des Vorpommern-Blitz für das freundliche Einverständnis zur Verwendung auf unserer Homepage.

Das Stralsunder Theater hatte und hat durchaus seine Berechtigung als „Sprungbrett“ für vielbeachtete Karrieren. Eduard von Winterstein (1871 - 1961), immerhin der berühmteste „Nathan der Weise“ der DDR, lernte u.a. im alten Schauspielhaus am Alten Markt das Laufen. Als er dann nicht so laufen wollte, wie er vertraglich sollte, war es vorbei mit seiner Stralsunder Karriere und er lief zum Bahnhof um – abzureisen. 

Anders hingegen die Karriere von Ludwig Körner (1890 - 1968), der erst als Kaufmann tätig ist, sich dann aber der Schauspielerei verschreibt und 1917 / 1918 am neuen Stralsunder Stadttheater engagiert wird. Dort glänzt er in mehr als 14 Vorstellungen als Sultan Saladin in Lessings „Nathan der Weise“. Eigentlich nichts außergewöhnliches für einen begabten Schauspieler, fast schon eine Traumrolle und einer großen Bühnenkarriere dienlich. Doch Körner geht einen politischen Weg, wird nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten „Förderndes Mitglied SS“ und 1935 Präsident der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, er wird Sonderbeauftragter für Sozialfragen des Präsidenten der Reichskulturkammer, Stellv. Geschäftsführer der Reichstheaterkammer und 1938 Mitglied der NSDAP. Er wird Lessings „Nathan der Weise“ in Deutschland verbieten, das gehört zu den „Wandlungen“ dieses Theatermannes. Seine politische Karriere ist jedoch beendet, als er 1943 aus der NSDAP ausgeschlossen wird. Ob dort personelle oder finanzielle Gründe eine Rolle spielten, ist strittig. 

Dann wäre da noch ein Roman Cycowski (1901 - 1998), der Fabrikantensohn jüdischer Eltern aus Lodz, beginnt seine Karriere 1920 mit einem illegalen Grenzübertritt, mittels Ausweis eines bereits verstorbenen Cousins. Im oberschlesischen Beuthen (Bytom) beginnt er eine kaufmännische Tätigkeit. Er  wird dort auch zu einem gefragten Chorsänger, was ihn ermutigt, in den kommenden Monaten auch in Zoppot (Sopot), Danzig und Stralsund in ein Theaterengagement zu treten. Er nennt sich jetzt Ernst Mühlstein, weil ein deutscher Name in diesen inflationären Zeiten mehr Sicherheit bietet. Zur Miete wohnt er in Stralsund bei Dr. Dummrath am Alten Markt und bildet sich bei Kammersänger Eppert gesanglich weiter. Das ist notwendig, denn seine Aufgabe als lyrischer Opernbariton, so seine Aufgabengebiet, verlangt etwas mehr, als nur Chorarbeit. Hat er bereits an der Waldoper in Zoppot Partien in „Dreimäderlhaus“ von Heinrich Berté und „Die Fledermaus“ von Johann Strauß gesungen, so wird er in diesen Operetten auch in Stralsund glänzen. Aufführungen, die sich einer hohen Gunst des Stralsunder Publikums erfreuten und in einigen Fällen sogar Sondervorstellungen einforderten. Nach einem Jahr zieht Mühlstein weiter an das Sommertheater von Bad Oeyenhausen und als Bariton nach Guben, wo er für das Opernfach engagiert wird. Das Jahresende 1926 sieht ihn in Berlin, als Sänger in Stummfilmdarbietungen...Vielseitigkeit wird sein Glück, denn dabei trifft er auf Gleichgesinnte, die, wie er, der Musik frönen und dem Elend der Inflation entgehen wollen, als da wären: Robert Biberti, Erich Collin, Erwin Bootz, Ari Leschnikoff und Harry Frommermann , zusammen werden sie die COMEDIAN HARMONISTS. 

Versammlung der Nachkommen 

der Stralsunder Kaufmannsfamilie Blach

Auf Einladung von Familie Fechner fand vom 18. bis 21. August 2022 in Stralsund eine Wiederbegegnung der Nachkommen der jüdischen Kaufleute Julius und Felix Blach in dem Gebäude Heilgeiststraße 89 statt. Etwa sechs Jahrzehnte lang, von den frühen 1880er Jahren bis 1938, führten zwei Generationen von Blachs ihr Ledergeschäft im Erdgeschoss des Gebäudes, das Julius gehörte. Verschiedene Mitglieder der Familie Blach lebten in den Wohnungen im Obergeschoss, andere wohnten in der Nähe. Erfahren Sie mehr über das bewegende Treffen der Familie in dem von Penny Schwartz am 22. August 2022 im Jewish Telegraphic Agency veröffentlichten Artikel: "Eine deutsche Cellistin brachte über 30 Mitglieder einer jüdischen Familie wieder zusammen – darunter einige, die die Holocaust-Geschichte ihrer Großeltern nicht kannten".


Der weitere Link führt Sie zu der auf der Homepage des Stralsunder Stadtarchivs veröffentlichten Pressemitteilung über den Empfang der Nachfahren im Kollegiensaal des Rathauses durch den Oberbürgermeister Alexander Badrow.  

 Jüdische Familie aus Stralsund

"Wie die Blachs wieder Menschen wurden"

Über ein Haus in Stralsund fand die Cellistin Friederike Fechner zur Geschichte einer jüdischen Kaufmannsfamilie im Nationalsozialismus. Inzwischen hat sie weltweit Nachkommen der Überlebenden ausfindig gemacht und zusammengebracht. Erfahren Sie mehr über das Ergebnis einer spannenden und berührenden Spurensuche in dem von Alexa Hennings stammenden und auf der Homepage veröffentlichten Artikel und Podcast vom 9. Juli 2021.  

 

Hinweis auf die Sonderausgabe der Zeitschrift "Der Darßer"

 "Die große Sturmflut 1872" 

Herausgeber: Kur- und Tourismusbetrieb der Gemeinde Prerow, Ostseebad Prerow auf dem Darß, Gemeindeplatz 1, 18375 Prerow, www. ostseebad-prerow.de 

Auszug aus dem Vorwort vom Bürgermeister des Ostseebad Prerow René Roloff: 
"Dat giff Wader"! Erfahrene Darßer sahen das Unglück kommen. Der von West nach Nordost umspringende Sturm verhieß nichts Gutes im Herbst 1872. Und doch übertraf die Wucht der hereinbrechenden Katastrophe die schlimmsten Erwartungen. Am 13. November 1872 verheerte eine Sturmflut die Ostseeküste, wie man sie seit Generationen nicht mehr erlebt hatte. Noch heute ist sie Maßstab aller Küstenschutzmaßnahmen. 

An die große Sturmflut erinnern eine Vielzahl von Veranstaltungen im Ostseebad

Interessantes, wenig bekanntes 

zur Geschichte der Hansestadt Stralsund 

von Dr. Andreas Neumerkel

  

Menschenströme zog es einst nach "Sibirien". Geschichte eines Hauses an der Sundpromenade in Stralsund.

Zu Kaisers Zeiten ein Gartenlokal mit Kegelbahn und deutscher Bierseligkeit, in der Weimarer Republik ein Gewerkschaftshaus mit großen Festen und auch kämpferischen Veranstaltungen, im Dritten Reich ein "Haus der Deutschen Arbeit" mit noch größeren Kampfveranstaltungen und nach 1945 wieder ein Gewerkschaftshaus mit etwas heruntergekommener Gaststätte und nicht weniger Kampfveranstaltungen. Kein Gebäude spiegelt die wechselvolle Geschichte Stralsunds wider wie das noch allgemein als Klubhaus "Ernst Thälmann" bekannte Gebäude an der Sundpromenade. Mehr über das nach der Wende abgerissene Haus erfahren Sie in dem Heft 1/2019 der vom Heimatverband M-V e.V. herausgegebenen Reihe "Stier & Greif" in dem von Dr. Andreas Neumerkel verfassten Artikel  (Seiten 14 bis 19). 

  

Zur Geschichte des sogenannten 

»Ippen-Schuppens« an der Seestraße 

 Anmerkungen zu der neuen Gasse 

»In der Bucht« in Stralsund 

 Erster Logger lief 1949 vom Band

von Dr. Andreas Neumerkel. 
Erstabdruck in  Mietermagazin WGA Stralsund, August 2022 

 

Geschichten, Dokumente und Mitwirkende gesucht

Vorbereitung des 75. Jahrestags der Gründung der Volkswerft 2023

Die Volkswerft hat über Jahrzehnte das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Stralsund geprägt. Seit 2022 ist die Hansestadt Stralsund Eigentümerin der Flächen und entwickelt schrittweise ein Maritimes Industrie- und Gewerbegebiet. 1948 gegründet, begeht der Standort im kommenden Jahr den 75. Jahrestag seiner Gründung. Aus diesem Anlass widmen sich die Hansestadt Stralsund und der Stralsunder Geschichtsverein e.V. der wechselvollen Werft- und Schiffbaugeschichte. Gesucht werden Menschen und Institutionen, die sich in diese Arbeit einbringen wollen. Vorbereitet wird eine Ausstellung, die während der Aktivitäten zum Jahrestag im Juni 2023 präsentiert wird.

Waren Sie Mitarbeiter oder Mitarbeiterin der Volkswerft Stralsund und wollen uns aus dieser Zeit berichten? Haben Sie Dokumente oder Objekte, die mit der Volkswerft in Verbindung stehen? Wenn ja, freuen wir uns, wenn Sie uns unterstützen.

Sollten Sie Material zur Verfügung stellen wollen, nehmen Sie gern Kontakt zum Stadtarchiv Stralsund, Am Johanniskloster 35 auf. 
Bitte vereinbaren Sie vorher einen Termin mit dem Ansprechpartner:

Dr. Andreas Neumerkel (Stadtarchiv Stralsund)
E-Mail:
aneumerkel@stralsund.de
Telefon: 03831 / 25 36 44

 Die Stiftung Gerhart Hauptmann Haus Hiddensee bittet um Aufmerksamkeit und Unterstützung

Nachrichtenarchiv

Stralsund erstellt Onlinekatalog seiner jüdischen Mitbürger 

Stralsund hatte eine große jüdische Gemeinde vor dem Zweiten Weltkrieg. In einem digitalen Gedenkbuch sollen nun alle Lebensdaten und Lebensumstände von jüdischen Bürgerinnen und Bürgern seit Mitte des 19. Jahrhunderts dokumentiert werden. In der Radiosendung Länderreport des Deutschlandfunk Kultur wird die „Initiative zur Erinnerung an Jüdisches Leben in Stralsund“, näher vorgestellt. 

 

Hinweis auf die Vortragsreihe

 "Frauenklöster und Damenstifte" 

Die Ev. Kirchengemeinde Bergen auf Rügen, die Gemeinschaft der Klosterstätten in MV e. V., die Universität Hildesheim, die Stadt Bergen auf Rügen und das Stadtmuseum Bergen auf Rügen laden alle Interessierten herzlich zur Vortragsreihe „Frauenklöster und Damenstifte“ in der St. Marienkirche Bergen auf Rügen, Kirchplatz 1-2, 18528 Bergen auf Rügen ein!


Aus  "Bi uns to Hus" Nachrichten aus Poseritz und Gustow
Ausgabe Nr. 2-2022   

Neuer Bildband erschienen 

Andre Kobsch: Stralsund Eine nostalgische Bilderreise von 1900 bis 1960

Sutton Verlag GmbH, Erfurt, 2022 

 

Auszug aus der Rezension von Dr. Andreas Neumerkel und Ines Sommer 
in der Ostseezeitung am Mittwoch, 6. April 2022: 

......Das Buch bietet selbst alten Stralsund-Kennern Überraschungen 
und einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Stadt  am Strelasund.....

Neuer Reiseführer erschienen 

Friederike Börner-Dräger: Streifzüge durch Stralsund 

Die Hansestadt Stralsund hat für Alt und Jung vieles zu bieten:
zahlreiche Baudenkmäler im Stil der Backsteingotik, darunter das Rathaus und die bedeutenden Kirchen St. Nikolai und St. Marien, moderne Architektur wie das Ozeaneum, buntes Treiben am Hafen, Platz zum Toben oder Ausruhen am Sund, an den Teichen und den grünen Wallanlagen, Kunst und Kultur in Museen, Theater und Konzerten. Die Streifzüge durch Stralsund nehmen Kinder (und Erwachsene) auf einen spannenden und informativen Rundgang durch die Altstadt und zu Ausflügen in die Umgebung mit.

Bericht von Jürgen Blümel über die Mitgliederversammlung des Stralsunder Geschichtsvereins e.V. am 22. März 2022, aus Stralsunder Blitz am Sonntag, Ausgabe 27. März 2022, Wir danken dem Autor, dem Mecklenburger Blitz Verlag und Werbeagentur GmbH & Co. KG,  Vorpommern-Blitz, Tribseer Damm 2, 18437 Stralsund und der Redaktion des Vorpommern-Blitz für das freundliche Einverständnis zur Verwendung auf unserer Homepage.)